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The Patternhouse Method

We showcase the skills and talents of people living with mental health issues.

Die Patternhouse-Methode wurde ursprünglich für ein psychiatrisches Rehabilitationszentrum entwickelt. Sie verbindet Design und Kunsthandwerk mit einem spielerischen Ansatz, um  kognitive Fähigkeiten neu zu trainieren und wiederzuerlangen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Stärkung von Kommunikationsfähigkeit, Reflexion, Konzentration, Entscheidungsfähigkeit und Resilienz. Der Workflow umfasst das Entwerfen von Mustern sowie das Sticken hochwertiger Kissen – alles in einem gemeinschaftlichen, unterstützenden Umfeld.

Unsere Philosophie

Wir sind davon überzeugt, dass Spiel und Kreativität äußerst wirksame Instrumente zur Reaktivierung der kognitiven Fähigkeiten sind. Mit unserem Ansatz ermöglichen wir den Teilnehmenden, das Sticken eigenständig ohne technische Vorgaben zu erlernen und eine persönliche ‚Handschrift‘ zu entwickeln. Das Arbeiten mit größtmöglicher Autonomie hat dabei eine zentrale Bedeutung.
In Zusammenarbeit mit einem multidisziplinären Team aus Fachkräften, Expertinnen, Experten und weiteren Mitarbeitenden, haben wir einen speziellen Arbeitsablauf entwickelt, der es den Teilnehmenden in psychiatrischen Rehazentren ermöglicht, ihre kognitiven und sozialen Kompetenzen durch Partizipation und kreativen Ausdruck wiederzuerlangen. Der Workflow ist klar strukturiert und besteht aus wenigen, einfachen und leicht befolgbaren Schritten. Das zentrale Thema aller Aktivitäten ist das Gestalten von Mustern, sei es auf Papier oder Stoff. Alle Entwürfe entstehen durch die Kombination geometrischer Grundformen, dem Spiel mit Farben und einen experimentellen Arbeitsstil.

Eines der wichtigsten Merkmale der Patternhouse-Methode ist die Erfolgsgarantie.

Unabhängig von der jeweiligen psychischen Verfassung, der Tagesform, den bestehenden Fähigkeiten oder Vorkenntnissen: Der Workflow lässt sich an die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Teilnehmenden anpassen.

Wie alles begann

2017 begann ich mit der Entwicklung der Patternhouse-Methode im Rahmen eines Auftrags für Casa Basaglia, einem psychiatrischen Rehabilitationszentrum der Südtiroler Sanitätsbehörde. Ich hatte eine scheinbar unkomplizierte Aufgabe: die Gestaltung einiger Produkte, die in den Werkstätten für denVerkauf in Sozialläden hergestellt werden sollten. Dieser Auftrag erwies sich jedoch als wertvolle Gelegenheit, die Schnittstelle zwischen Design und psychischer Gesundheit zu erkunden, die ich für ein vernachlässigtes, aber äußerst wichtiges Gebiet halte. Als Designerin und Künstlerin wurde mir schnell klar, wie notwendig Innovationen in diesem Bereich sind und welche Chancen sich daraus ergeben könnten. Mein Ziel war es daher, einen neuen detaillierten Workflow zu entwickeln, der die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Teilnehmenden, kreative handwerkliche Techniken und therapeutische Aspekte effektiv miteinander verbindet. Die Herausforderung war komplex: Die Werkstätten von Casa Basaglia werden sowohl von Bewohnern der Einrichtung als auch von externen Teilnehmenden besucht, deren Aufenthaltsdauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten reicht. Auch ist die Bandbreite der handwerklichen Fähigkeiten ist dementsprechend groß.

 

gering Skill-Level hoch

Darüber hinaus bestand die Herausforderung nicht nur darin, neue Produkte über neue kreative und therapeutische Prozesse zu entwickeln, sondern auch die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter deutlich zu reduzieren. Eine fast einjährige intensive Recherche führte zur Identifizierung der Probleme und zur Entwicklung konkreter Lösungen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist die Patternhouse-Methode. Ohne die Unterstützung und Zusammenarbeit vieler Menschen wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen. Ich hatte das große Glück, Gleichgesinnte zu finden, die sich mit großem Engagement dafür eingesetzt haben, die Herausforderungen zu meistern und Patternhouse.org erfolgreich zu etablieren. Mein besonderer Dank gilt Verena Perwanger, Primarärztin der Psychiatrie des Sanitätsbetriebs Meran, sowie dem großartigem Team der Abteilung für kreative Rehabilitation, insbesondere Evi Pittscheider, Susanna Paoletti, Annalisa delle Foglie, Catiuscia di Falco, Chiara Cortellini, Andrea Laudando, Jessica Berton und Martina Veit. Ich möchte mich auch bei Magdalena Lageder, Carolin Kiesswetter und Jessica Trentin bedanken, deren hervorragende fachliche Unterstützung als Psychologinnen von großer Bedeutung war.

Unsere Methode

Wir haben drei miteinander verknüpfte Arbeitsabläufe entwickelt, die aufeinander aufbauen: Menschen mit ausgeprägter psychischer Belastung können die Arbeitsschritte stress- und angstfrei absolvieren. Aber auch für Menschen mit ungestörtem Wahrnehmungsvermögen bietet der Workflow eine anregende geistige Herausforderung.

Basic

Mit unseren Pattern Papers kann jeder Teilnehmende von Anfang an autonom eigene Muster entwerfen, ganz einfach durch Kopieren und Kolorieren und später durch Neukombinieren. Die Pattern Papers sind für jeden einfach zu nutzen und bringen dabei überraschend vielseitige und individuelle Ergebnisse hervor. Die Einfachheit des Workflows erlaubt und eröffnet viel Raum für Kreativität und eigene Interpretation.

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Der Basic Workflow besteht aus vier einfachen Schritten. Damit kann man schnell und selbstständig ein eigenes Muster erstellen und anschließend mit dem Sticken anfangen.

Advanced

Das Gestalten von Mustern eröffnet unzählige Möglichkeiten, Formen und Farben kreativ zu kombinieren. Wir begleiten die Teilnehmenden dabei, ihre individuelle Interpretation und persönliche Ausdrucksweise zu entfalten.

Unser Advanced Workflow kommt dem kreativen Arbeitsprozess eines Designers nahe, da er eine Inspirationsquelle einbezieht. Zunächst wählen die Teilnehmenden eine der geometrischen Grundformen aus, mit der sie arbeiten möchten. Dann suchen sie in einem unserer Kunstbücher nach Bildern, die diese Form enthalten. Im nächsten Schritt wird ein ausgewähltes Bild im Detail analysiert und kopiert, um die Struktur und Anordnung der Bildkomposition zu verstehen. Schließlich verändern und dekonstruieren die Teilnehmenden die Elemente der Vorlage, bis es ihnen gelingt, etwas Eigenes zu schaffen. Alle führen dabei auch ein persönliches Sammelalbum – einen speziellen Ordner, in dem Übungen und Recherchen gesammelt werden. Dies dient in einem zweiten Moment auch als Inspirationsquelle.

Playful

Durch diesen spielerischen Ansatz ermöglichen wir den Teilnehmenden, ihren Sinn für Spaß und Spiel neu zu entdecken und ihre Vorstellungskraft anzuregen. Mit einem Spielwürfel und Farbkärtchen werden die Farben und die Anzahl der verschiedenen Stickgarne nach dem Zufallsprinzip bestimmt. Nachdem gemeinsam ein passender Stoff ausgesucht wurde, wird das zu stickende Muster mit einer Magnetangel aus einer kleinen Schale „gefischt“. Unsere sechs papierenen Musterfische sind mit einfachen Designs dekoriert. Meistens wird nur ein Fisch geangelt, manchmal aber auch zwei oder drei gleichzeitig. Ohne sich lange Gedanken über die Umsetzung zu machen, starten die Teilnehmenden sofort mit dem Sticken. Dabei gilt: Das Beste daraus machen – mit dem, was man hat, und so gut, wie man kann.

Für alle, die länger bei uns bleiben, haben wir einen Fragebogen mit 30 Fragen zusammengestellt. Die Fragen drehen sich leichtfüßig um ganz persönliche Lieblingsdinge, wie den Lieblingshimmel, die Lieblingsblume oder das Lieblingstier. Fünf Antworten werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, mit Bleistift skizziert und anschließend als Vorlage für das Sticken verwendet.

Jedes unserer Kissen ist ein Unikat, hergestellt aus hochwertigen Materialien.

Wir sind offen für Kooperationen.

MUSEION

Museum of Modern and Contemporary Art Bolzano Bozen

Das Projekt „Joining Patterns / Stitch and Leave a Mark“ war 2024 eine gemeinsame Initiative mit dem Museion und Teil des Begleitprogramms der Ausstellung AMONG THE INVISIBLE JOINS. Ziel des Projektes war es, die enge Verbindung zwischen Solidarität, Gemeinschaft und psychischer Gesundheit sichtbar zu machen und das Bewusstsein dafür zu stärken. Das Projekt bestand aus 30 Workshops, Vorträgen und einer Verkaufsausstellung. Während der dreistündigen Workshops arbeiteten die Teilnehmenden nach unserer Methode und gestalteten jeweils eine Hälfte eines Kissens. Die andere Hälfte wurde von den Teilnehmenden des Rehazentrums Casa Basaglia gefertigt. Das Ergebnis waren Kissen, die jeweils von zwei Personen gemeinsam gestaltet wurden.

Unsere Workshops standen sowohl Anfängern als auch erfahrenen Stickerinnen offen. Sie richteten sich an alle, die Spaß am kreativen Arbeiten haben, sowie an jene, die entdecken wollten, wie Handarbeit Entspannung, Konzentration und Wohlbefinden fördern kann. Insgesamt wurden 120 Kissen gefertigt und verkauft. Außerdem wurde mein Interview mit der Neurowissenschaftlerin Saskia Rusche zu den Themen Kreativität und Gehirnplastizität im Museion Bulletin veröffentlicht.

Gerichtsgefängnis

Bozen

Zwei Monate lang haben wir im Bozner Männergefängnis einen Stick-Workshop mit 10 Teilnehmern durchgeführt. Durch zwölf dreistündige Sitzungen wollten wir überprüfen, ob unsere Methode auch in diesem Umfeld angewendet werden kann und ob sie sinnvoll ist, um Häftlinge bei Konzentration und Entspannung zu fördern. Wir hatten einen guten ersten Eindruck. Alle haben ihre Kissen fertiggestellt – einige für sich selbst, andere als Geschenk.

Hier eine Auswahl unserer Produktion.

The Patternhouse Method

We showcase the skills
and talents of people living
with mental health issues.

Kontakt

Martina Drechsel /
Gründerin und Kreativdirektorin
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+39 333 240 8314

Händler

The Monocle Shop
Via Dante 26
39100 Merano, South Tyrol, Italy

Louisiana Museum of Modern Art
Gl Strandvej 13
3050 Humlebæk, Denmark
www.louisiana.dk

Kunst Meranoarte
Laubengasse 163
Meran, South Tyrol, Italy
www.kunstmeranoarte.org

Oberrauch Zitt
Laubengasse 67
39100 Bozen